15. Juni 2026

Marktrückblick – Mai 2026

Der Iran-Konflikt überschattet alles und bestimmt die Richtung der Öl-, Aktien- und Rentenkurse.

iShares Core Dax

2,09%

30.12.2025:

202,80

29.05.2026:

207,03

iShares Core EuroStoxx 50

6,15%

30.12.2025:

58,38

29.05.2026:

61,97

iShares Core S&P 500

10,87%

31.12.2025:

68,15

29.05.2026:

75,56

Die Situation im Nahen Osten blieb relativ unverändert und weit entfernt von einer Friedenslösung. Der Besuch von Donald Trump in China bei Xi Jinping brachte keine konkreten Ergebnisse. Beide bekundeten ein Interesse an einer Deeskalation im Irankrieg und der Öffnung der Straße von Hormus.

Neue Zollandrohungen Trumps haben die EU immerhin dazu bewegt, die Umsetzung des Zollabkommens aus 2025 zuzusagen, um weitere Autozölle zu verhindern. Bei Vertragsbruch durch die USA wird sich die EU allerdings nicht gebunden fühlen.

Schlechte Nachrichten vom Sachverständigenrat: In seinem Frühjahrsgutachten reduzierte er die Wachstumsprognose für das deutsche Wirtschaftswachstum 2026 auf 0,5% und erhöhe im gleichen Zuge die Inflationsschätzung auf 3,0%. Der ifo Geschäftsklimaindex zeigte sich leicht erholt. Die Neuaufträge der Industrie sind rückläufig und das Baugewerbe schwach aber sowohl die Lage als auch die Erwartungen werden etwas freundlicher eingeschätzt.

Der Tankrabatt und leicht rückläufige Energiepreise haben die Inflation in Deutschland auf 2,6% gedrückt. Die weniger volatile Kerninflation ist allerdings weiter gestiegen. Verantwortlich sind u.a. die Dienstleistungen. In den USA lag die Inflation bei 3,8% und damit weit über dem Ziel von 2%. Am 22.5. wurde der neue FED-Präsident, Kevin Warsh ins Amt eingeführt.

In diesem Umfeld gab die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe um knapp 10 Ticks auf 2,93% nach, die zweijährigen blieben ähnlich auf ca. 2,53%. Eine entgegengesetzte Entwicklung sahen wir in den USA. Die 10-jährigen US Treasuries legten auf 4,45%, die zweijährigen auf 4,00% zu. Die Speads auf Unternehmensanleihen engten sich weiter ein.

Trotz der Unsicherheiten sahen wir eine weitere Erholung an den Aktienmärkten. Der DAX gewann ca. 3% und schloss wieder über 25.000 Punkten. Deutlich dynamischer entwickelten sich die amerikanischen Indices. So erzielten der S&P 500 und die NASDAQ neue All Time Highs. Nochmals stärker stiegen die Emerging Markets mit 10% und der NIKKEI 225 mit 12%.

Der USD gewann einen Cent auf 1,16 EUR/USD, der EURO lag zum Schweizer Franken etwas leichter bei 0,91 EUR/CHF.

Das Gold verlor weitere 2% auf USD 4.500. Das Öl gab im Zuge der Waffenruhe weitere 15% ab auf USD 92.

Meinen Schlusskommentar lasse ich nahezu unverändert:

Kurzfristig wird bei der Börsenentwicklung viel davon abhängen, wie die Verhandlungen zwischen den USA und Iran verlaufen, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt und wie Israel plant, weiter mit seinen Attacken auf die Hisbollah im Libanon umzugehen. Selbst wenn die Straße zeitnah wieder öffnet, wird es mehrere Jahre dauern, bis die Schäden an der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten behoben sind. Das spricht für eine erhöhte Inflation und gegen Zinssenkungen. Stärkere Rücksetzer am Aktienmärkt könnten längerfristig interessante Einstiegszeitpunkte sein.

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager