11. Mai 2026

Marktrückblick – April 2026

Wird es zeitnah eine Lösung im Iran-Konflikt geben oder werden die Kampfhandlungen wieder aufgenommen?

iShares Core Dax

-1,00%

30.12.2025:

202,80

30.04.2026:

200,77

iShares Core EuroStoxx 50

2,23%

30.12.2025:

58,38

30.04.2026:

59,68

iShares Core S&P 500

5,36%

31.12.2025:

68,15

30.04.2026:

71,80

Die geopolitischen Unsicherheiten beeinflussen weiter stark das Marktgeschehen. Bereits Anfang April verkündete Präsident Trump das baldige Ende der kriegerischen Auseinandersetzung, ab 8. April gilt eine teilweise brüchige Waffenruhe und Ende des Monats erklärte er die Feindseligkeiten für beendet. Das hat wohl auch mit einer fehlenden Genehmigung des Krieges durch den amerikanischen Kongress zu tun. Die Friedensverhandlungen waren bislang erfolglos, die Straße von Hormus bleib weiter nahezu geschlossen, die US-Marine hat eine Blockade iranischer Häfen installiert. Je nach Nachrichtenlage (oder Social Media Posts) steigen oder fallen die Ölpreise und entgegengesetzt fallen oder steigen die Aktienmärkte.

Als Folge des eingeschränkten Seehandels hat der Internationale Währungsfonds seine weltweite Wachstumsprognose auf 3,1% gesenkt, für Deutschland von 1,2% auf 0,8%.

Für Deutschland wird für das erste Quartal ein Wachstum von 0,3% gegenüber Vorquartal erwartet. Dazu beigetragen haben der öffentliche und private Konsum sowie der Export. Allerdings trübt sich die Stimmung der Unternehmen deutlich ein, abzulesen am ifo-Geschäftsklimaindex. Einzig das verarbeitende Gewerbe zeigt sich (noch) widerstandsfähig: Hier wirken Vorzieheffekte wegen der gestörten Lieferketten (Straße von Hormus).

Positive Nachrichten kommen aus Ungarn: Victor Orban hat die Wahlen verloren, so dass nun mit einem EU-freundlicheren Kurs gerechnet werden kann.

Die Inflation zog deutlich auf 2,9% in Deutschland und 3,0% in der EU an. Es machen sich die gestiegenen Energiepreise bemerkbar. Noch lässt die EZB die Zinsen unverändert, sieht die höhere Inflation aber als Gefahr. In den USA sahen wir die Inflation auf 3,3% steigen, aber auch hier wartet die Notenbank vorerst ab. Der Senat hat Kevin Warsh als neuen FED-Präsidenten bestätigt. Die Notenbankzinsen in Japan und Großbritannien blieben unverändert.

In diesem Umfeld stabilisierte sich die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe bei ca. 3,00%, die zweijährigen blieben bei ca. 2,64% konstant. Eine vergleichbare Entwicklung sahen wir in den USA. Die 10-jährigen US Treasuries lagen bei 4,39%, die zweijährigen bei 3,88%. Die Speads auf Unternehmensanleihen engten sich etwas ein.

Trotz der Unsicherheiten sahen wir eine kräftige Erholung an den Aktienmärkten. Der DAX gewann ca. 7%, der EuroStoxx 50 knapp 6%. Deutlich dynamischer entwickelten sich die amerikanischen Indices. So erzielten der S&P 500 und die NASDAQ neue All Time Highs. Jeweils ca. 15% gewannen die NASDAQ, der NIKKEI 225 und der MSCI Emerging Markets.

Der USD gab unwesentlich auf 1,17 EUR/USD ab, der EURO lag zum Schweizer Franken unverändert bei 0,92 EUR/CHF.

Gold und Silber verloren weiter leicht auf USD 4.600 und USD 73. Das Öl war extrem volatil: Im Zuge der Waffenruhe gab es um 20% nach auf USD 87, um dann wieder auf ca. USD 110 zu steigen.

Meinen Schlusskommentar lasse ich fast unverändert:

Kurzfristig wird bei der Börsenentwicklung viel davon abhängen, wie die Verhandlungen zwischen den USA und Iran verlaufen, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt und wie Israel plant, weiter mit seinen Attacken auf die Hisbollah im Libanon umzugehen. Selbst wenn die Straße zeitnah wieder öffnet, wird es mehrere Jahre dauern, bis die Schäden an der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten behoben sind. Das spricht für eine erhöhte Inflation und gegen Zinssenkungen. Trump stellt die NATO in Frage. Stärkere Rücksetzer am Aktienmärkt könnten längerfristig interessante Einstiegszeitpunkte sein.

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager