08. März 2021

Marktrückblick – Februar 2021

Inflation und Zinsanstieg: Die neue Gefahr für die Aktienmärkte?!

Dax

+0,64%

30.12.2020:

13.718,78

26.02.2021:

13.806,06

EuroStoxx 50

+2,36%

30.12.2020:

3.552,64

26.02.2021:

3.636,44

S&P 500

+1,47%

31.12.2020:

3.756,07

26.02.2021:

3.811,15

Das einzige Land, das laut IWF bereits seit Monaten wirtschaftlich das Vor-Corona-Niveau erreicht hat, ist China. Die Industriestaaten wie auch viele Schwellenländer liegen weit unter diesem Niveau, viele Länder werden es erst in einigen Jahren erreichen.

Die schon im Januar beschriebene Zweiteilung der Wirtschaft in Europa hat sich im Februar fortgesetzt. Die meisten Dienstleistungsbereiche leiden enorm unter den Corona Lockdown Maßnahmen und es gibt kaum Hoffnung auf Lockerungen in naher Zukunft. Das produzierende Gewerbe profitiert hingegen von dem starken Export und der Nachfrage v.a. aus China, jüngst bestätigt durch den ifo Geschäftsklimaindex.

Trotzdem wird sowohl für Deutschland als auch die Eurozone mit einem negativen Wachstum in Q1 2021 gerechnet. Aus den USA kommen hingegen von den Dienstleistern positive Signale (ISM Index), Der Arbeitsmarkt läuft gut, wenn auch immer noch gut 10 Mio. Arbeitsplätze fehlen. Zusätzliche Impulse können von dem von Biden vorgeschlagenen Konjunkturprogramm ausgehen.

An den Kapitalmärkten zieht das Inflationsgespenst auf: Hohe Januar Inflationszahlen gepaart mit deutlich steigenden Ölpreisen, stark anziehenden Produzentenpreisen  und dem erwarteten Abbau des Konsumstaus durch voranschreitende Impfungen und damit verbundene Öffnungen führen zu deutlichen Zinssteigerungen bei den Anleihen. Vertreter der FED sehen in den Zinssteigerungen nur ein Spiegelbild der sich verbessernden Wirtschaft, Vertreter der EZB haben bereits verbal eingegriffen und die Wichtigkeit niedriger Zinssätze für die Erholung der Wirtschaft betont. Beide Notenbanken halten aber für längere Zeit an der expansiven Geldpolitik fest.

In der ersten Monatshälfte konnten viele Aktienindices neue All Time Highs erklimmen, jedoch gaben die Kurse mit steigenden Zinsen wieder nach. Besonders deutlich war dies bei den Technologie- und Wachstumsaktien zu sehen; hier machen sich die steigenden Zinsen in den Diskontierungsmodellen besonders stark bemerkbar.

Die Ölpreise sind um ca. 18% gestiegen: der starke Wintereinbruch in Texas hat für Produktionsausfälle gesorgt und das Ölkartell OPEC+ hielt das Angebot niedrig. Das Gold litt unter dem starken Zinsanstieg.

Das weitere Geschehen an den Aktienmärkten wird wesentlich von den Inflationszahlen und damit von den Änderungen an den Zinsmärkten abhängen. Wir haben im Februar gesehen, wie stark die Aktien auf Zinserhöhungen reagieren. Gerade im ersten Halbjahr werden wir durch die Ölpreisentwicklung und den Abbau des aufgestauten Konsums höhere Inflationszahlen sehen und damit wohl eine erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten. Eine Unruhe an den Kapitalmärkten ist nicht im Interesse der Notenbanken, ebenso wenig wie steigende Zinsen am langen Ende, die die Finanzierung der Corona Kosten erschweren würden. Die Notenbanken werden verbal und/oder durch Wertpapierkäufe die Zinssteigerungen eindämmen. Grundsätzlich bleibt das Umfeld für Aktien positiv durch die fortschreitenden Impfungen und die damit erhoffte wirtschaftliche Erholung.

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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