06. März 2026

Marktrückblick – Februar 2026

Die Zölle sind tot, lang leben die Zölle und die Welt hat einen neuen Krieg, entfacht durch den selbsternannten Friedensnobelpreisträger!

iShares Core Dax

+3,17%

30.12.2025:

202,80

27.02.2026:

209,22

iShares Core EuroStoxx 50

+6,13%

30.12.2025:

58,38

27.02.2026:

61,96

iShares Core S&P 500

+0,65%

31.12.2025:

68,15

27.02.2026:

68,59

Die von Trump bislang erhobenen Zölle sind rechtswidrig und sind sofort auszusetzen. Das hat der Oberste Gerichtshof der USA verkündet, dessen konservative Mitglieder daraufhin wüst vom amerikanischen Präsidenten beschimpft worden sind. Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht sofort neue Zölle verkündet hätte; er hat eine andere, wohl ebenfalls rechtswidrige Gesetzesgrundlage zur Begründung herangezogen. Und nach erst 10% kurz darauf 15% als Steuersatz angekündigt. Die Unsicherheit in Trumps Zollpolitik bleibt bestehen und das mögen die Märkte so gar nicht. Die EU hat die Ratifizierung des Zollabkommens ausgesetzt: Auf welcher Grundlage hätte sie auch zustimmen sollen?

Die geopolitischen Risiken eskalieren. Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran über das Atom- und Raketenprogramm Irans führten nicht zu einem Ergebnis, so dass die USA zusammen mit Israel den Iran massiv angegriffen haben. Irans geistliches und politisches Oberhaupt, Chamenei, sowie weitere militärisch und politisch exponierte Persönlichkeiten wurden getötet. Völkerrechtlich ist das zumindest sehr bedenklich. Die wichtige Straße von Hormus, durch die ca. 20% des weltweiten Öls und ca. 25% des weltweiten Flüssiggases, hauptsächlich für Asien bestimmt, transportiert wird, ist geschlossen. Der Flugverkehr ist unterbrochen oder zumindest stark eingeschränkt, Zehntausende Touristen sitzen fest. Die Ukraine – Russland Verhandlungen waren ergebnislos.

In Japan wurden Unterhauswahlen abgehalten – die liberaldemokratische Partei der Premierministerin Takaichi ging deutlich gestärkt aus den Wahlen hervor. Sie erzielte den größten Vorsprung seit Jahrzehnten, so dass sie die geplante expansive Fiskalpolitik umsetzen kann. Die Börse freut sich!

Der ifo-Geschäftsklimaindex kam verbessert rein, nur der Einzelhandel trübte das ansonsten positive Bild. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global bestätigte diesen Eindruck. Die Industrie konnte die Wachstumsschwelle von 50 Punkten überspringen!

In Deutschland fiel die Inflation auf 1,9%. Nachdem die Rate EU weit bei 2,2% und damit nur leicht über dem Ziel der EZB lag, blieb der Leitzins unverändert. Die USA hat mit unerwartet niedrigen 2,4% überrascht.

In diesem Umfeld gab die Rendite der 10-jährige Bundesanleihe 0,2% auf 2,65% p.a. nach, die US-Pendants fielen ähnlich stark auf 3,97%. Die 10-jährigen französischen Staatsanleihen schlossen sich der Entspannung an und gingen auf 3,22% zurück. Auch am langen Ende (30 Jahre) gaben die US und EU Renditen nach, hier um ca. 5% auf 4,64% und 3,32%. In Japan kamen die 30-jährigen Staatsanleihen leicht auf 3,34% zurück.

Der DAX konnte um ca. 3% auf 25.300 zulegen. Der S&P 500 schloss nahezu unverändert, während die NASDAQ gut 3% verlor: Wir hatten zuletzt auf die hohen Bewertungen der Tech-Konzerne hingewiesen. Sehr gut entwickelten sich Japan (+10%) dank der von Takaichi gewonnenen Wahl und die Schwellenländer mit +5%.

Der USD verlor am Ende 1 Cent auf 1,18 EUR/USD und war den Monat über wenig volatil. Der Schweizer Franken entwickelte sich zum Euro weiter freundlich und legte auf 0,91 EUR/CHF zu.

Das Gold konnte sich von den starken Kursverlusten seit dem All Time High erholen und schloss gut 300 USD höher bei 5.222 USD. Silber konnte nach dem 30%igen Einbruch vom All Time High immerhin 5 USD auf 90 USD zulegen. Das Öl stieg wegen erhöhter Spannungen zwischen den USA und Iran um weitere 3 USD auf knapp 73 USD.

Kurzfristig wird bei der Börsenentwicklung viel davon abhängen, wie intensiv und wie lange der Krieg mit Iran andauern wird. Der Ölpreis ist mittlerweile um weitere 11 USD auf ca. 87 USD gestiegen. Auch der USD selbst hat auf 1,16 zugelegt. Die Straße von Hormus ist weiter geschossen, es stauen sich beiderseits die Öltanker, Ölförderanlagen und Raffinerien produzieren gedrosselt. Der Iran scheint Ölförderanlagen seiner „befreundeten“ arabischen Nachbarländer sowie zivile Ziele anzugreifen. Das Zinsniveau steigt und es kommen Befürchtungen hinsichtlich der Inflation auf. Kommen die erwarteten Zinssenkungen in den USA? Die Aktienmärkte mögen keine Unsicherheit und geben, zumindest in Europa, deutlich nach.

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager