06. Februar 2026

Marktrückblick – Januar 2026

Abschied von der regelbasierten Welt, die Macht des Stärkeren ist zurück!

iShares Core Dax

+0,18%

30.12.2025:

202,80

30.01.2026:

203,17

iShares Core EuroStoxx 50

+2,70%

30.12.2025:

58,38

30.01.2026:

59,98

iShares Core S&P 500

+1,44%

31.12.2025:

68,15

30.01.2026:

69,13

Wieder einmal sorgte der US-Präsident Donald Trump für erhebliche politische Unruhe, die sich zeitweise  auf die Kapitalmärkte auswirkte: Völkerrechtswidrig entführte er den venezolanischen Präsidenten Maduro, drohte Iran, Kuba und weiteren Staaten mit militärischen Einsätzen, ließ die Einwanderungsbehörde ICE noch härter als bislang gegen die US-Bevölkerung vorgehen, mittlerweile gibt es Tote und Verletzte, und drohte, Grönland notfalls militärisch zu annektieren. Europäischen Unterstützerländern von Dänemark und Grönland drohte er Strafzölle an. Dies führte zu stärkeren Einbrüchen an den Aktienmärkten. Als sich breite internationale Unterstützung für Dänemark und Grönland abzeichnete und die nordischen Länder anfingen bzw. ankündigten, US-Staatsanleihen zu verkaufen, zog er die Zölle und die Gewaltandrohung zurück, bleibt aber dabei, Grönland auf dem Verhandlungsweg im Rahmen eines möglichen Kaufes zu erwerben. Kanada drohte er mit 100% Zöllen, nachdem Premier Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu mehr Eigenständigkeit und einem gemeinsamen Handeln der Mittelmächte zur Verteidigung ihrer Werte und zur Vereinigung ihrer Kräfte aufgerufen hat, um gemeinsam stärker gegenüber den Supermächten Russland, China und den USA aufzutreten.

Die EU hat nach jahrzehntelangen Verhandlungen mit Indien und den Mercosur-Staaten Handelsabkommen geschlossen, um mehr Alternativen zu den schwieriger werdenden Partnern wie USA und China zu haben. Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten wird allerdings noch vom Europäischen Gerichtshof geprüft. Die Historie hat gezeigt, dass neue Abkommen erheblich zu neuem Wirtschaftswachstum beitragen können. In Frankreich überstand der Ministerpräsident Lecornu ein erneutes Misstrauensvotum, zuvor ließ er den Haushalt 26 ohne Zustimmung des Parlamentes verabschieden.

Der ifo-Geschäftsklimaindex kam leicht schwächer rein und die Beschäftigung in Deutschland sank erneut. Der GfK- Konsumklimaindex konnte hingegen zulegen: Deutlich steigende Einkommens- und Konjunkturerwartungen sowie eine höhere Anschaffungsneigung wirkten positiv. Der Internationale Währungsfonds schätzt das deutsche Wachstum für 26 leicht höher bei 1,1% ein.

In Deutschland fiel die Inflation leicht auf 2,2%. Treiber waren die Anhebung des Mindestlohnes und die steigende CO2-Steuer. In den USA bleibt der Druck auf die Preise bestehen, die Dezember Inflation lag bei 2,7%. Die FED hat keine weitere Zinssenkung vorgenommen, da die Inflation oberhalb des Zieles liegt und die Wirtschaft weiter robust wächst. Zum Nachfolger vom scheidenden FED-Präsidenten Powell wurde Kevin Warsh nominiert; er gilt als Kapitalmarktexperte, war bereits Mitglied im FED-Entscheidungsgremium und gilt eher als Falke. Die Sorgen um die Unabhängigkeit der FED nahmen ein Stück weit ab, abzulesen an wieder steigenden USD-Kursen.

Die 10-jährige Bundesanleihe lag kaum verändert bei 2,85% p.a., die US-Pendants stiegen leicht um 0,09% auf 4,24%. Die 10-jährigen französischen Staatsanleihen gingen auf 3,43% zurück. In Japan erreichten die 30-jährigen Staatsanleihen mit 3,64% (plus 0,24%) einen Höchststand seit der Jahrtausendwende. Die Premierministerin hat Neuwahlen ausgeschrieben und steht für eine sehr expansive Geldpolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Der DAX konnte im Monatsverlauf neue All Time Highs erreichen, schloss aber nur marginal im Plus. Der S&P 500 konnte ca. 1,45% gewinnen, stark zugelegt haben der Nikkei 225 (knapp 6%) und die Emerging Markets mit 8,9%. In Japan hat die Erwartung einer sehr lockeren Fiskalpolitik geholfen.

Der USD verlor am Ende 2 Cents auf 1,19 EUR/USD, lag aber zwischenzeitlich schon über 1,20. Der Schweizer Franken entwickelte sich zum Euro freundlich und legte auf 0,92 EUR/CHF zu.

Das Gold erreichte ein neues All Time High bei 5.600 USD, gab aber einen Teil der Gewinne zum Monatsende (4.890 USD) wieder ab. Das Monatsplus lag dennoch bei gut 13%. Silber konnte im Januar um 18% auf 85 USD zulegen, verbuchte zum All Time High aber starke Verluste von 37 USD oder 30%! Das Öl stieg wegen erhöhter Spannungen zwischen den USA und Iran um ca. 15% auf knapp 70 USD.

Immer stärker kommt die Diskussion auf, ob die hohen Bewertungen v.a. der (US-) Tech Unternehmen gerechtfertigt sind. Wir sehen enorme Investitionen, lohnen die sich dann auch? Und sehen wir steigende Umsätze und Gewinne? Auch werden nun die Geschäftsmodelle von Softwareentwicklern in Frage gestellt. Was und wieviel des Geschäftes kann die KI übernehmen. Sind in diesem Umfeld niedrig bewertete Small- und Mid-Caps (Value-Werte) gerade aus Europa die bessere Alternative? Denn die große Frage ist, was der USD macht. Präsident Trump schwankt zwischen einem schwachen Dollar, der die Exporte ankurbeln könnte, und einem stabilen/starken, um seine Defizite weiter zu finanzieren. Problematisch könnten die starken Kursverluste bei den Edelmetallen und Kryptowährungen sein: Manche Investoren könnten dazu gezwungen sein, die Marginzahlungen zu erhöhen und die dafür benötigten Gelder aus Aktienanlagen abzuziehen. Es bleibt spannend!

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager