17. Juli 2026
Marktrückblick – Juni 2026
Der Iran-Konflikt und kein Ende in Sicht!

iShares Core Dax
1,62%
30.12.2025:
202,80
30.06.2026:
206,08

iShares Core EuroStoxx 50
10,22%
30.12.2025:
58,38
30.06.2026:
64,35

iShares Core S&P 500
9,55%
31.12.2025:
68,15
30.06.2026:
74,66
Der Iran-Konflikt bleibt weiter das bestimmende Thema: Hatten sich der Iran und Israel Anfang Juni noch gegenseitig angegriffen, unterzeichneten die USA und Iran am 15. Juni eine Absichtserklärung zum Kriegsende. Leider scheint diese relativ weit gefasst zu sein und großen Interpretationsspielraum zu lassen. Die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus öffnete sich zunächst, um dann, nach erneuten Angriffen seitens der USA und Irans, von dem letzteren wieder für geschlossen erklärt zu werden.
Laut dem ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich die Stimmung der deutschen Unternehmen von niedrigem Niveau aus leicht. Gemäß der Einkaufsmanagerindices von S&P Global fiel Deutschland hingegen auf Rezessionsniveau! Belastend wirken der Service-Sektor sowie die Auftragseingänge.
Aufgrund des o.g. Abkommens kamen die Energiepreise merklich zurück, so dass die Inflation in Deutschland auf 2,3 fiel. In der Eurozone lag sie bei weiter hohen 2,8%, so dass die EZB den Leitzins um 0,25% auf 2,25% anhob. Japan schloss sich an und erhöhte auf 1,00%, der höchste Leitzins seit 30 Jahren. Die USA haben mit noch deutlich höheren Inflationszahlen (4,2%) zu kämpfen, dennoch verblieb der Leitzins auf dem aktuellen Niveau. Allerdings betonte Kevin Warsh als neuer FED-Chef das Ziel der Inflationsbekämpfung.
Großbritannien geht unsicheren Zeiten entgegen: Nachdem Keir Starmer immer mehr den Rückhalt seiner Partei verlor, kündigte er einen Rücktritt als Premierminister an.
In diesem Umfeld gaben die Renditen der Bundesanleihen über nahezu alle Laufzeiten um marginale 10 Ticks nach. Eine entgegengesetzte Entwicklung sahen wir in den USA. Die zweijährigen Treasuries stiegen um 13 Ticks auf ca. 4,13%.
Die hohen Unsicherheiten ließen den Dax auf ca. 24.000 fallen, ehe er am Ende nahezu unverändert bei knapp unter 25.000 schloss. Deutlich zulegen konnte der Euro Stoxx 50 mit ca. 4,7%, während die US-Indices mit – 1% (S&P 500) und -2,75% (NASDAQ 100) leichter aus dem Markt gingen. Der Nikkei 225 konnte starke 5% gewinnen. In den USA gab es das vielbeachtete Börsendebut der Elon Musk Firma SpaceX, welches nach anfänglichen Gewinnen abzubröckeln begann. Für einen Value Investor werden hier unsittliche Bewertungen aufgerufen (Kurs : Umsatz Verhältnis ca. 100!, Verluste auf Jahre ect.). Die KI-Unternehmen Anthropic und Open AI sollen folgen.
Der USD gewann weitere zwei Cents auf 1,14 EUR/USD, der EURO lag zum Schweizer Franken etwas freundlicher bei 0,92 EUR/CHF.
Das Gold beschleunigte seinen Abwärtstrend und verlor ca. 11%, um bei knapp über USD 4.000 zu schließen. Das Silber, wie immer volatiler, verlor ca. 22% auf ca. 60 USD. Das Öl gab im Zuge der Absichtserklärung zum Kriegsende weitere knapp 20% auf USD 74 ab. Damit ist fast das Vorkriegsniveau erreicht. Allerdings sehen wir das zumindest in Deutschland (noch) nicht an den Tanksäulen. Das mag an mangelndem Wettbewerb liegen oder auch an den reduzierten Raffineriekapazitäten in der Golfregion aber auch in Russland.
Meinen Schlusskommentar lasse ich fast unverändert:
Kurzfristig wird bei der Börsenentwicklung viel davon abhängen, wie die Verhandlungen zwischen den USA und Iran verlaufen und wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Selbst wenn die Straße zeitnah wieder öffnet, wird es tw. mehrere Jahre dauern, bis die Schäden an der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten behoben sind. Das spricht für eine erhöhte Inflation und gegen Zinssenkungen. Wir sehen bei High Techs/KI-Unternehmen einen Realitätscheck und in dem Zuge deutliche Kurskorrekturen z.B. bei Halbleitern und Chipwerten. Stärkere Rücksetzer am Aktienmarkt könnten längerfristig interessante Einstiegszeitpunkte sein.
Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM
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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager