10. April 2026

Marktrückblick – März 2026

Wird aus der Waffenruhe ein tragfähiger Frieden?

iShares Core Dax

-7,48%

30.12.2025:

202,80

31.03.2026:

187,64

iShares Core EuroStoxx 50

-3,84%

30.12.2025:

58,38

31.03.2026:

56,14

iShares Core S&P 500

-4,64%

31.12.2025:

68,15

31.03.2026:

64,99

Der Krieg im Iran ist im März deutlich eskaliert. Die Revolutionsgarden und das militärische Potential des Iran scheinen von amerikanischer und israelischer Seite unterschätzt worden zu sein. Der Iran beantwortete die Angriffe mit Gegenangriffen auf Israel, aber auch auf die Golfstaaten. Ziele sind u.a. Öl- und Gasförderanlagen, Raffinerien, Entsalzungsanlagen und US-Stützpunkte. Führende Köpfe des iranischen Regimes wurden getötet wie der oberste Führer, Ali Khamenei, dem sein Sohn Motschtaba folgte. Seit Mitte März hat Trump Gespräche mit der „neuen“ Führung im Iran angedeutet, die diese dementierte. Die für die Weltwirtschaft so wichtige Straße von Hormus hat der Iran für den Schiffsverkehr praktisch bis auf wenige Ausnahmen komplett gesperrt.

Massiv gestiegene Kosten für Öl und Gas, höhere Zinskosten und die Unsicherheit bei den Konsumenten trüben die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen ein, abzulesen am aktuellen ifo-Geschäftsklimaindex. Die globalen Einkaufsmanagerindices zeigten einen Anstieg der Auftragseingänge, hier wirkten möglicherweise Vorzieheffekte. Es herrscht Angst vor Störungen in den Lieferketten. Erste Wirtschaftsforschungsinstitute (IfW) senkten die Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum und erhöhten die Inflationserwartungen. Wie groß die Auswirkungen am Ende sein werden, hängt von der Dauer der Sperrung der Straße von Hormus ab. Im März lag die deutsche Inflation bei 2,7% und ist damit deutlich gestiegen. Die Auswirkungen der Sperrung der Schiffsroute ist über die gestiegenen Preise weltweit spürbar, aber v.a. in asiatischen Ländern: Wichtige Güter wie Vorprodukte für Düngemittel, chemische Erzeugnisse oder Metalle werden nicht mehr geliefert. Manche Länder erhielten aus dem Iran 80-90% ihres Ölbedarfes. In Indien werden Fabriken geschlossen, die Wanderarbeiter verlassen die Städte und kehren in ihre Heimatdörfer zurück, manche Länder haben einen Energienotstand ausgerufen.

Einige Notenbanken deuteten an, ob der gestiegenen Inflationsrisiken ihre Zinspolitik zu überdenken. Die EZB passte ihre Prognosen für die Inflation nach oben und für das Wachstum nach unten an. Die FED erhöhte für beide Bereiche ihre Erwartungen! Beide Notenbanken ließen den Zins vorerst unverändert. Im Markt hat sich die Zinssenkungsfantasie für die USA leicht reduziert.

Fast untergegangen ist die Meldung, dass das Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten vorläufig ab Mai in Kraft gesetzt wird. Ein wichtiger Schritt für mehr Unabhängigkeit der EU von den USA und China!

In diesem Umfeld stieg die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stark von 2,65% p.a. auf über 3%, die der zweijährigen sogar von 2,08% auf 2,6%. Eine vergleichbare Entwicklung sahen wir in den USA. Die 30-jährigen US Treasuries lagen mit 4,9% bedrohlich nahe an der 5% Marke. Die Speads auf Unternehmensanleihen weiteten sich aus.

Der DAX verlor gut 10% und lag zeitweise unter 22.000 Punkten. Der EuroStoxx 50 gab ca. 9% ab. Besser hielten sich, wie meist in Krisen, die amerikanischen Indices: NASDAQ und S&P 500 schlossen ca. 5% niedriger. Japan gab 13% nach wie auch der MSCI Emerging Markets Index.

Der USD als Krisenwährung gewann vergleichsweise wenige 2 Cents auf 1,16 EUR/USD, lag zeitweise bei 1,14. Erstaunlicherweise konnte der EURO zum Schweizer Franken einen Cent zulegen auf 0,92 EUR/CHF.

Das Gold verlor trotz der Krise 12%, noch stärkere 20% gab das Silber nach. Das Öl stieg wegen der geschlossenen Straße von Hormus von 73 USD auf zeitweise 120USD/Barrel.

Aktuell wurde am 7.4. kurz vor Ablauf eines Ultimatums von Trump („Wir löschen die Persische Zivilisation aus, wenn nicht die Straße von Hormus geöffnet wird!“) eine Waffenruhe vereinbart. Kurzfristig wird bei der Börsenentwicklung viel davon abhängen, wie die ab Samstag geplanten Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Pakistan verlaufen, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt und wie Israel plant, weiter mit seinen Attacken auf die Hisbollah im Libanon umzugehen. Selbst wenn die Straße zeitnah wieder öffnet, wird es mehrere Jahre dauern, bis die Schäden an der Energieinfrastruktur in den Golfstaaten behoben sind. Das spricht für eine erhöhte Inflation und gegen Zinssenkungen. Trump stellt die NATO in Frage ob zu geringer oder keiner Unterstützung im Iran-Krieg. Stärkere Rücksetzer am Aktienmärkt könnten längerfristig interessante Einstiegszeitpunkte sein.

Ihr DAS WERTEHAUS-TEAM

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Quelle der Grafiken: vwd Portfoliomanager